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Ade, Mercedes G!

Feuerwehrfahrzeuge in Deutschland sind in aller Regel DIN-genormt. Häufig vorkommende und allseits bekannten Typen sind Löschfahrzeuge oder Drehleitern, welche häufig in identischer Bauweise gebaut werden und bei den Wehren in den Fahrzeughallen stehen. Doch es gibt immer mal wieder auch „Exoten“ – Fahrzeuge, die von eben jener Norm abweichen und ein gewisses Alleinstellungsmerkmal vorweisen können. Mehrzweckfahrzeuge zum Beispiel, die weder reines Löschfahrzeug, noch Mannschaftstransporter oder Gerätewagen sind – eben „Fahrzeuge mit mehreren Einsatzzwecken“.

So ein Exot ist auch unser Mehrzweckfahrzeug. Und genau das macht es auch so besonders.

Doch jedes Feuerwehrfahrzeug muss irgendwann einmal die Fahrt in Richtung Ruhestand antreten. Nach fast 25 Jahren Einsatzdienst in der Feuerwehr Schwiegershausen geht eben dieses Mehrzweckfahrzeug, der G, wie er einfach meistens nur genannt wird, nun in „Status 6“ (*).

Im nachfolgenden Text blicken wir zurück auf dieses besondere Einsatzfahrzeug und zeichnen seine Geschichte nach, die lange vor der Indienststellung in Schwiegershausen beginnt.

(*) Status 6 ist der Status im Digitalfunk, wenn ein Feuerwehrfahrzeug nicht (mehr) einsatzbereit ist.

Das erste Leben als Vorausrüstwagen in Mössingen

Die Geschichte des G begann mit seiner Erstzulassung am 31. Juli 1981. Anschließend wurde der Mercedes-Benz 280 GE als Vorausrüstwagen (VRW) bei der Freiwilligen Feuerwehr Mössingen in Dienst gestellt. Angetrieben von einem 156 PS-starken Ottomotor wurde dieses Fahrzeug fortan zur schnellen technischen Hilfeleistung (TH) vornehmlich bei Verkehrsunfällen auf der nahen Bundesstraße B27 eingesetzt. Das allradgetriebene und hoch geländegängige Fahrzeug bot drei Einsatzkräften Platz.

Aufgebaut wurde das Fahrzeug bei der Firma Albert Ziegler in Giengen, dort ist u.a. ein 5-kVA-Stromgenerator verbaut worden, welcher vom Fahrzeugmotor angetrieben wird. Damit betrieben wurde ein hydraulischer TH-Rüstsatz, bestehend aus Rettungsschere und Spreizer. Das Fahrzeug konnte schnell besetzt werden und an der Einsatzstelle direkt eine technische Rettung durchführen.

Der Funkrufname lautete „Florian Mössingen 1/50 bzw. 1/18“.

Der Weg vom Tragkraftspritzenanhänger zum Mehrzweckfahrzeug

Wie fand nun ausgerechnet dieses Fahrzeug seinen Weg nach Schwiegershausen? Um diese Frage zu beantworten schauen wir uns den Fuhrpark der Feuerwehr Schwiegershausen vor der Jahrtausendwende mal genauer an.

Haupteinsatzfahrzeug war zu dieser Zeit ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Baujahr 1983). Dieser Fahrzeugtyp hatte eine an der Frontstoßstange fest angebaute Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8 (800 Liter Wasserförderung/Minute bei 8 bar Ausgangsdruck), welche direkt vom Fahrzeugmotor angetrieben wurde. Zusätzlich gehörte eine Tragkraftspritze TS 8/8 zur Standardbeladung. Einen Wassertank gab es nicht.

In Schwiegershausen wich man bereits schon länger von dieser Standardbeladung ab, die TS wurde separat auf einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) transportiert. Zu diesen Zeiten war das Hydrantennetz noch nicht so gut ausgebaut wie heute und lieferte nicht genügend Druck. So musste zwangsläufig immer auf die offenen Wasserentnahmestellen des Hackenbachs zurückgegriffen werden.

Der Vorteil des TSA lag darin, dass er unabhängig vom LF 8 bewegt werden konnte. Häufig übernahm diese Transportaufgabe der Landwirt Friedel Großkopf mit seinem Traktor. Während das LF 8 direkt zur Einsatzstelle fuhr um dort bereits tätig zu werden, steuerten das Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) mit Schlauchanhänger sowie das Treckergespann die nächstgelegene Wasserentnahmestelle an.

Doch der alte TSA war abgängig und so entschied sich das Kommando im Jahr 2000, ein eigenes Fahrzeug zum Transport der TS anzuschaffen. Das System, die TS autark vom LF 8 zu bewegen hatte sich bewährt und sollte beibehalten werden. Die Überlegungen gingen in Richtung Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Durch die Vermittlung der Firma Spoerer, welche zu dieser Zeit in Schwiegershausen mit einer Lagerfläche ansässig war, kam ein Kontakt nach Baden-Württemberg zustande, wo zwar kein TSF, aber ein anderes, interessantes Fahrzeug zum Verkauf stand.

Das zweite Leben als Mehrzweckfahrzeug in Schwiegershausen

Indienststellung als MZF

Die Feuerwehr Mössingen entschied sich, ihren VRW nach 20 Jahren Einsatzdienst auszumustern, die Feuerwehr Schwiegershausen entschied sich, ein zusätzliches Fahrzeug zum Transport der TS anzuschaffen. Dank der Firma Spoerer kam ein Kontakt zustande und so fuhren der damals frisch gewählte stellv. Ortsbrandmeister Lars Göldner, der damalige Gruppenführer Manfred Wode sowie Thorsten Waldmann am 17. Februar 2001 per Bahn Richtung Mössingen.

Wichtig war, dass Halterungen für vier Saugschläuche und der TS-Schlitten in das Fahrzeug eingebaut werden konnten. Da dies passte und man sich einig wurde, nahmen die drei Kameraden das Fahrzeug direkt mit und überführten es auf eigener Achse die über 500 km lange Strecke nach Schwiegershausen.

Dort angekommen wurde es an die Bedürfnisse der Feuerwehr Schwiegershausen angepasst. Die TH-Ausrüstung und der dritte Sitz im Fond wurden ausgebaut. Dafür wurde der Schlitten zur Aufnahme der TS sowie vier Lagerungen für die A-Sauglängen eingebaut. Weiteres Material zum Herrichten einer Wasserentnahmestelle wurde entsprechend verstaut. Auf dem Dach wurde ein Dachgepäckträger installiert auf welchem ein Schott zu Anstauung des Baches für die offenen Wasserentnahmestellen sowie eine Schaufel ihren Platz fanden.

Der G lief fortan als Mehrzweckfahrzeug mit dem Funkrufnamen „Florian Osterode 17/48“ und dem amtlichen Kennzeichen OHA – FP 88. FP 88 steht in diesem Fall für die transportierte Tragkraftspritze, nach Norm eine Feuerlöschkreiselpumpe 8/8.

Da es 2001 nur zwei Stellplätze im Gerätehaus gab, stand das MZF anfangs in der Scheune von Manfred Wode. Später bezog es die alte Waschhalle des ehemaligen Autohauses Waldmann/Hunger+Sattler (später Artec, heute Zimmerei Jürgen Bode) direkt neben dem Gerätehaus. Da das alte LF 8 langfristig durch ein größeres LF 10 ausgetauscht werden musste, wurde ein dritter, größerer Stellplatz ans Gerätehaus angebaut. Somit konnte der G dann ins Gerätehaus einziehen und im rechten Stellplatz der alten Halle auf seine Einsätze warten.

Mit der Indienststellung dieses Fahrzeug genoss die Feuerwehr Schwiegershausen sowohl im ehemaligen Landkreis Osterode als auch jetzt im Landkreis Göttingen ein Alleinstellungsmerkmal. Ein derartiges Fahrzeug fand sich in keiner anderen Ortsfeuerwehr. Ein ähnlicher Typ, allerdings moderner und als Gerätewagen-Tragkraftspritze bezeichnet, wurde 2016 in Ossenfeld in Dienst gestellt.

Die Generalüberholung

2018 stand das Kommando das erste Mal vor der Frage, wie es mit dem zu dieser Zeit bereits 37 Jahre alten Fahrzeug weitergehen sollte. Der Lack war bereits seit langem stark ausgeblichen, was bei Lackierungen in Tagesleuchtrot (RAL 3024) durchaus häufiger vorkommt. An einigen Stellen war Rost zu sehen und das Getriebe war auch nicht mehr im besten Zustand. Dank großzügiger Unterstützung von Florian Wiesner, Inhaber der Schwiegershäuser Firma „Getriebeklinik“ sowie der Autolackiererei Tobias Hungerland aus Bad Lauterberg konnte das Fahrzeug aber wieder flott gemacht werden. Beide stellten ihre Arbeit kostenfrei zur Verfügung. Während Wiesner das Getriebe wieder instand setzte, lackierte Hungerland das Fahrzeug um. Ab nun erstrahlte der G in Feuerrot (RAL 3000) und passte sich damit auch optisch den anderen Fahrzeugen im Fuhrpark der Wehr an.

Auch der Funkrufname änderte sich. Durch Einführung des Digitalfunks und die Kreisfusion bekamen alle Feuerwehrfahrzeuge neue Funkrufnamen. Das MZF war ab 2015 unter „Florian Göttingen-Land 24-69-11“ zu erreichen.

Außerdienststellung im Oktober 2025

Die Hauptargumente für die Anschaffung des G haben wir bereits erläutert. Auch nach Indienststellung des neuen LF 10 im Jahre 2008 wurde das Fahrzeug weiter betrieben. Doch durch den Ausbau des Hydrantennetzes und dem, gerade in den Sommermonaten, immer weniger wasserführendem Hackenbach ist diese Taktik mittlerweile obsolet. Durch die Eingliederung der Löschgruppe Uehrde mit ihrem TSF bzw. die Indienststellung des neuen KLF ist die Feuerwehr Schwiegerhausen flexibler geworden und es kam vermehrt der Wunsch auf, ein neues, flexibleres Einsatzfahrzeug vorzuhalten. Ein Logistikfahrzeug, welches mehr Einsatzkräfte aufnehmen und je nach Einsatzzweck unterschiedliche Beladung transportieren kann.

Bereits 2024 wurde eine Arbeitsgruppe innerhalb des Kommandos gebildet, die sich mit der Zukunft des MZF (sowie des MTF Uehrde) zu beschäftigen hat. Nach vielen Diskussionen entschied sich das Kommando nun Mitte dieses Jahres, beide Fahrzeuge auszumustern und die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für den Standort Schwiegershausen zu forcieren. Wir werden zu gegebener Zeit dazu berichten.

Mit der Außerdienststellung des G endet nun die beachtenswerte Feuerwehrkarriere eines Fahrzeuges, welches in nahezu 45 Dienstjahren zwei Feuerwehren gedient hat. In Mössingen wird der G als VRW sicher geholfen haben, unzähligen Menschen das Leben zu retten. In Schwiegershausen kam das Fahrzeug bei vielen Einsätzen in und außerhalb des Ortsgebietes zum Einsatz. Häufig an Wasserentnahmestellen, aber auch als Vorausfahrzeug für den Ortsbrandmeister, als Notarztzubringer, als Geländeretter oder flinkes Führungsfahrzeug bei Großschadenslagen. Den Begriff „Mehrzweckfahrzeug“ hatte unser liebgewonnener Oldtimer im besten Sinne zu jeder Zeit ausgefüllt.

Sein markantes Einsatzhorn, die originale Martin-Horn-Anlage, erklang zum letzten Mal in den frühen Morgenstunden des 12. Oktobers. Zur Unterstützung der bereits eingesetzten Wehren wurde die Feuerwehr Schwiegershausen nach Osterode alarmiert, dort brannte der Netto-Markt in der Innenstadt. Mit einer Besatzung von 1:1 fuhr der G den Kreisel am Pferdeteich an und sperrte dort die Einfallstraße in Richtung Innenstadt. Der endgültig letzte Einsatz für das MZF dauerte ca. 5 Stunden.

Damit ist es jetzt Zeit Abschied zu nehmen und darum sagen wir dankbar: „Ade! Mercedes G!“

Text: Marcel Sonntag

Ich bedanke mich bei Thomas Lauria und Andreas Steinhilber von der Feuerwehr Mössingen für die Zurverfügungstellung der vielen Fotos, als das Fahrzeug noch dort im Einsatzdienst stand. Des Weiteren bei Manfred Wode und Lars Göldner, die viele Hintergrundinformationen beisteuern konnten. Vielen Dank!


Die große Fotogalerie

Fotos aus Mössingen

Fotos von Andreas Rode

Fotos von Marcel Sonntag

Dienst im Steinbruch

Wir möchten uns bei der Firma Rump & Salzmann Uehrde sehr herzlich dafür bedanken, dass wir regelmäßig Übungen bzw. Dienstabende im Uehrder Steinbruch abhalten dürfen.

Erst kürzlich fand wieder ein Dienstabend dort statt, darüber hat Eike Römermann von der Firma Rump & Salzmann einen Pressebericht erstellt, vielen Dank auch hierfür!

Text von Eike Römermann, Fa. Rump & Salzmann:

Sie sind immer wieder gerne gesehen bei Rump und Salzmann: die freiwilligen Feuerwehrleute aus Schwiegershausen / Uehrde. Auch in diesem Jahr absolvierten sie eine Übung auf dem Werksgelände. Insgesamt 14 Kameraden und Kameradinnen nahmen an dieser Aktion Anfang August teil. Ziel war es, bei einem simulierten Fahrzeugbrand Löschrucksäcke und einen Faltbehälter für Wasser einzusetzen und praktische Erfahrungen mit dieser mobilen Technik zu sammeln.

Es ging bei dieser abendlichen Übung also darum, die mobile Einsatztechnik der Löschgruppe zu testen. Hierzu gehören zwei mit Wasser gefüllte Löschrucksäcke für schwierige Bedingungen im Gelände, sowie ein 3.000 Liter Wasser fassender Faltbehälter. Diese Utensilien können im Ernstfall extreme Vorteile im Kampf gegen Feuer bieten. Den sicheren Umgang mit ihnen kann aber nur regelmäßige Übung sicherstellen.

Der mobile Faltbehälter dient als Zwischenspeicher für Wasser. Im Einsatzfall wird er mit Hilfe mehrerer Fahrzeuge im Pendelverkehr gefüllt. Rump und Salzmann hatte den Faltbehälter für die FFW angeschafft. Er gehört inzwischen zur Standardausrüstung des Fahrzeugs der Löschgruppe Uehrde.

Nach einer Einweisung zu seinem Aufbau bauten die Feuerwehrleute den Behälters zusammen. Anschließend pendelte ein Fahrzeug zwischen der örtlichen Zisterne und dem Reservoir und füllte es immer wieder mit Wasser. Währenddessen setzten Kameraden des Löschtrupps das Nass gegen den simulierten Fahrzeugbrand ein.

Gemachte Erfahrung: Das Tankfahrzeug schaffte es nicht, den Wasserbedarf auszugleichen. Der Verbrauch war deutlich höher als die Zufuhr. Im Ernstfall müsste der Faltbehälter also mit mindestens zwei Fahrzeugen gefüllt werden, wodurch die Wasserversorgung sichergestellt würde. In Bereichen, in denen keine ausreichende Wasserversorgung über Hydranten oder offene Entnahmestellen existiert, ist ein solcher Faltbehälter jedoch eine geeignete Lösung.

Die Löschrucksäcke eignen sich zur Brandbekämpfung im Gelände. Beim Aufspüren von Glutnestern ist durch sie ausreichend Wasser am Mann oder an der Frau, um effektiv kleineren Brandherden entgegenzutreten. Alle teilnehmenden Kammeraden hatten die Gelegenheit, mit den Rucksäcken zu agieren und die unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten auszuprobieren, zum Beispiel verschiedene Strahlarten.

Natürlich gehören zu einer solchen Übung auch eine Nachbesprechung und ein gemütlicher Teil. Hier konnten die Feuerwehrleute ausgiebig fachsimpeln. Einig waren sie sich, dass derartige Übungsabende in Zusammenarbeit mit den ansässigen Unternehmen ausgesprochen wichtig sind, um die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr und im Ernstfall eine effektive Brandbekämpfung zu gewährleisten.

Weitere Informationen zur Löschwasserversorgung in Uehrde

Die Löschwasserversorgung in Uehrde wird einerseits durch das Hydrantennetz sichergestellt, zum Anderen gibt es noch drei Löschwasserentnahmestellen. Am Feuerwehrgerätehaus gibt es eine Zisterne mit ca. 70.000 Liter Fassungsvermögen, auf Höhe des Parkplatzes Sindram ist eine ca. 50.000 Liter fassende Zisterne vorhanden. Am östlichen Ortsrand in Nähe des Wohnhauses Nr. 17 befindet sich noch ein Brunnen, welcher ca. 20.000 Liter Wasser speichern kann.

Damit stehen ca. 140.000 Liter Löschwasser zusätzlich zur Verfügung. Das klingt erstmal sehr viel, ist aber z.B. bei einem Großbrand im Steinbruch, bei dem mit mehreren Rohren gelöscht wird auch schnell aufgebraucht.

Zur Verdeutlichung: ein B-Strahlrohr kann üblicherweise bis zu 400 Liter/Minute abgeben, ein C-Strahlrohr bis zu 100 Liter/Minute. Der Vorteil der kleineren D-Strahlrohe ist der geringere Wasserverbrauch, dieser liegt bei maximal 50 Liter/Minute bei abgeschraubtem Mundstück.

Darüber hinaus gibt es zusätzlich noch einen Teich im Steinbruch, welcher auch als Wasserentnahmestelle zur Verfügung steht.

Fotos: Eike Römermann; Katharina Niehus; Marcel Sonntag

(MS)

Bundestagsabgeordnete Heiligenstadt zu Besuch

Bereits im Juli besuchte die Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt im Rahmen ihrer Sommertour die Freiwillige Feuerwehr Schwiegershausen. In Begleitung von Ortsbürgermeisterin Kathrin Schrader, interessierter Mitglieder der SPD-Abteilung bzw. SPD-Fraktion des Ortsrates besichtige sie das Gerätehaus in Schwiegershausen und diskutierte verschiedene Themen mit den anwesenden Mitgliedern des Kommandos.

Einige weitere Bilder sowie ein Bericht sind auf der Facebook-Seite von Frauke Heiligenstadt einsehbar.

(MS)
Fotos: Sonntag/Kathrin Schrader

Wochenende(n) im Zeichen der Kameradschaftspflege

Die beiden ersten Septemberwochenenden standen ganz im Zeichen der Kameradschaftspflege. Unsere Nachbarfeuerwehr auf Düna konnte in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum feiern, an allen Tagen waren wir vor Ort um gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden zu feiern und sie zu unterstützen.

Am ersten Wochenende fand am Freitagabend die Eröffnungsparty statt, bei der zuvor begangenen Kranzniederlegung unterstützte ein Kamerad des Musikzuges mit zwei auf der Trompete geblasenen Liedern. Am Samstagabend zur Zeltfestparty nahm eine dreiköpfige Abordnung teil. Bereits am darauffolgenden Sonntag unterhielt der Musikzug das ausverkaufte Zelt während des Frühstückes, auch hier nahm eine Abordnung teil.

Das zweite Wochenende stand ganz im Zeichen des kameradschaftlichen Kräftemessens. Nach alter Tradition wurden am Samstag die Heini-Hennecke-Pokalwettkämpfe und am Sonntag die Pokalwettkämpfe des Kreisfeuerwehrverbands durchgeführt. An beiden Tagen nahmen wir mit jeweils einer Gruppe teil.

Bei den Wettkämpfen gilt es einen Löschangriff mit drei C-Rohren in möglichst kurzer Zeit vorzubereiten. Erforderlich sind vier Saugschläuche um Wasser aus dem „offenen Gewässer“ fördern zu können. Für Fehler gibt es Zeitstrafen. Während die Schwiegershäuser Gruppe am Samstag fehlerfrei mit einer Zeit von ca. 82 Sekunden den 13. Platz (von 18 Mannschaften) erreichte, blieb am Sonntag leider nur der 15. Platz (von 15 Mannschaften) drin. Trotz besserer Zeit von ca. 72 Sekunden musste eine Zeitstrafe von 20 Sekunden akzeptiert werden. Aber: Dabei sein ist alles! Dem Spaß und dem geselligen Beisammensein tat dies keinerlei Abbruch.

Wir danken der Ortsfeuerwehr Düna für dieses mehr als gelungene Feuerwehrfest, welches ganz im Zeichen gelebter Kameradschaft stand.

Die Fotos sind von Samstag und Sonntag des vergangenen Wochenendes.

Fotos: Diverse; Text: Marcel Sonntag

Besuch der Drohnenstaffel Bad Lauterberg

Am 3. September stellte sich die Drohnenstaffel der Feuerwehr der Stadt Bad Lauterberg im Rahmen eines Dienstes der Ortsfeuerwehr Schwiegershausen vor. Diese Einheit ist derzeit noch einzigartig im Brandschutzabschnitt 3 des Landkreises Göttingen (Altkreis Osterode) und noch relativ jung. Gestellt wird das Personal durch die vier Ortsfeuerwehren der Stadt Bad Lauterberg und steht unter der Führung von Kai Heitmüller aus Barbis.

Am Vorplatz der Mehrzweckhalle fand zunächst die Vorstellung der Einheit statt. Hierbei wurden erste Fragen der Kameradinnen und Kameraden aus Schwiegershausen fachkundig beantwortet. Es wurde auf Einsatzmöglichkeiten, Einsatzgrenzen und natürlich auf technische Fragen eingegangen.

Drohneneinheiten sind vielseitig einsetzbar, z.B. bei Personensuchen, aber auch bei Brandeinsätzen sind sie der Einsatzleitung eine große Hilfe bei der Lagebeurteilung aus der Luft oder beim gezielten Absuchen nach Glutnestern.

Angefordert werden kann die Drohnenstaffel nach Ermessen der Einsatzleitung über die Kommunale Regionalleitstelle (KRL) Göttingen. Sie wird dann über eine eigene RIC (Radio Identification Code [Alarmierungsschleife]) alarmiert und fährt die Einsatzstelle dann direkt an.

Wer mehr über die Arbeit der Drohnenstaffel wissen möchte kann sich z.B. auf Facebook darüber informieren. Dort wird auch über aktuelle Einsätze berichtet.

Ein zünftiges Grillen gehörte im Anschluss dazu, selbstverständlich waren die Lauterberger Kameraden dazu eingeladen. Gruppenführer Marcel Sonntag bedankte sich auch im Namen des Kommandos bei Kai Heitmüller und seinem Team, dass sie der Einladung nach Schwiegershausen gefolgt sind und sich uns umfangreich und kompetent vorgestellt haben.

Anbei noch ein paar Fotos dieses gelungenen Dienstabends:

Fotos: Andre Schreiber; Text: Marcel Sonntag

Spendenübergabe vom Harzer Hexentrail

Am 30. August fand der bereits zehnte Harzer Hexentrail statt. Was das überhaupt ist kann hier nachgelesen werden: Hexentrail – Was ist das?

In diesem Jahr startete auch ein Team der Osteroder Unternehmensgruppe Obermann um den Schwiegershäuser Jonas Fröhlich auf der 60 km langen Strecke. Mit einer Zeit von 9:47 Stunden erreichte die Gruppe einen sehr guten 10. Platz. Und auch bei der Auslosung hatte das Team ein gutes Händchen, denn sie konnten einen Scheck in Höhe von 2.308,-€ entgegennehmen, welcher für die Jugendfeuerwehr Schwiegershausen bestimmt ist.

Beim jüngsten Dienst der Jugendfeuerwehr wurde dieser Scheck nun an Jugendfeuerwehrwart Marlon Sonntag überreicht. Im Beisein des Betreuerteams und der Jugendlichen erklärte Jonas Fröhlich die Intention des Spendenlaufes. Marlon Sonntag bedankte sich dann im Namen der Jugendfeuerwehr und des Kommandos der Wehr für die großzügige Spende und versicherte, dass man diese gut gebrauchen könne und auch schon entsprechende Ideen habe. Was genau angeschafft werden soll wollte er aber noch nicht verraten.

Text und Fotos: Marcel Sonntag

Kreisbereitschaftsübung 2025

Am 23. August fand die Tagesübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft 3 im Raum Hattorf statt.

Während einige Kameraden mit dem MTF Schwiegershausen als Teil der Führungsgruppe bereits am Morgen alarmiert wurden, folgte zum Mittag das KLF. Dies wurde im Vorfeld durch die Bereitschaftsführung zur Unterstützung einer Einsatzlage angefragt.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen am Feuerwehrhaus Hattorf erhielten die verschiedenen Fachzüge gegen 13 Uhr ihre neuen Einsatzlagen, welche sich alle auf dem Gelände der Kreismülldeponie befanden. Der Fachzug 1 „Wasserförderung“ wurde zu einem sich ausbreitenden Feuer auf dem Holzsammelplatz alarmiert. Da dort keine Wasserversorgung zur Verfügung steht, mussten die Kameradinnen und Kameraden zunächst eine ca. 1.700 Meter B-Leitung legen und dabei auch die Kreisstraße zwischen Hattorf und Wulften unterqueren.

Aufgabe des KLF war, ebenfalls alarmmäßig die Kreismülldeponie anzufahren um, zunächst unabhängig vom Fachzug 1, einen Erstangriff zu starten und später dann das geförderte Wasser abzunehmen. Die Zeit, in der die Wasserförderung aufgebaut wurde, nutzten die Einsatzkräfte zur Fahrzeugkunde am KLF – die 500 Liter Wasser waren natürlich relativ schnell aufgebraucht.

Bei der Einsatzlage gab es zu jeder Zeit enge Absprachen mit dem Zugführer des Fachzuges 1 sowie dem Fahrzeugführer des KLF, sowohl über Digitalfunk, als auch vor Ort. Auch mit dem Einsatzleitwagen ELW 2 des Landkreises, welcher die Einsätze vor Ort koordinierte, gab es viel Funkkommunikation. Auch dies ist Teil einer solchen Übung.

Nachdem die Wasserversorgung aufgebaut war, konnte die Pumpe im KLF wieder mit Löschwasser gespeist werden. Mit insgesamt drei C-Hohlstrahlrohren konnten ca. 800 Liter Wasser pro Minute abgenommen werden. Verstärkerpumpen in der 1,7 km-langen Förderstrecke stellten einen stehts ausreichend hohen Eingangsdruck sicher.

Mit Rückbau, kurzer Manöverkritik und Restarbeiten am Feuerwehrhaus Schwiegershausen war der Einsatz für die Kameradinnen und Kameraden aus Schwiegershausen am späten Nachmittag beendet.

Wir bedanken uns bei der Kreisfeuerwehrbereitschaft 3 dafür, dass wir an der Übung teilnehmen durften und viele neue Eindrücke gewinnen konnten.

Fotos: Lars Göldner; Marcel Sonntag – Text: Marcel Sonntag

Dienstabend Technische Hilfeleistung

Bei einem der letzten Dienstabende der Mittwochsgruppe wurde eine kleine Einsatzübung mit dem Thema „Technische Hilfeleistung“ durchgeführt.
Gruppenführer Tobias Wode hatte dazu eine passende Lage vorbereitet, es galt eine Person zu befreien die unter einem Traktorrad eingeklemmt war.

Geübt wurde auch der Führungskreislauf nach FwDV 100. Gruppenführer Marcel Sonntag wusste nicht, welche Lage ihn erwartet. Die Fahrzeuge LF 10 und KLF wurden von ihm über eine reservierte TMO-Rufgruppe* der „Leitstelle Schwiegershausen“ einsatzbereit gemeldet und bekamen dann von selbiger den Einsatzauftrag. GF Tobias Wode übernahm dabei den Part des Leitstellendisponenten und des Übungsbeobachters vor Ort. Sämtliche Statusmeldungen an die Leitstelle als Klartext sowie Rückmeldungen, Nachforderungen, Rückfragen etc. wurden via Digitalfunkgerät durchgeführt.

Vor Ort bot sich dann folgende Lage: bei Reparaturarbeiten an einem Oldtimer-Traktor geriet eine Person mit dem linken Bein unter das Vorderrad. Der Wagenheber versagte und die Person wurde eingeklemmt. Sie war bei Bewusstsein und klagte über starke Schmerzen. Die Einsatzkräfte wurden vom Anrufer (GF Wode) eingewiesen, selbiger wurde sofort von einer Einsatzkraft aus dem Geschehen rausgenommen und weiter betreut.

Nach der Lageerkundung wurde zunächst die Einsatzstelle abgesichert und Sicherungsmaßnahmen am Fahrzeug durchgeführt. Der Traktor wurde gegen Wegrollen gesichert, mittels Wagenheber/Büffelheber wurde das Anheben des Fahrzeuges vorbereitet und Rüstholz zum Unterbauen bereit gelegt. Ein wichtiger Grundsatz bei Anheben von Lasten ist das ständige Unterbauen selbiger, um ein ungewolltes Absacken zu vermeiden. Außerdem wurde die verunfallte Person ständig betreut.

Da genügend Einsatzkräfte vor Ort waren wurde ein C-Rohr über den Schnellangriffsabgang des KLF vorbereitet und somit der Brandschutz sichergestellt. Sollte es zu einem Feuer kommen, kann schnell reagiert werden. Auch die Verkehrsabsicherung zu allen Seiten konnte dank ausreichend Personal gut abgedeckt werden, ein wichtiger Punkt für ein sicheres Arbeiten.

Nach kurzer Zeit war alles vorbereitet und der Traktor konnte angehoben und die Person befreit werden. Im Realeinsatz hätte es eine enge Absprache mit dem Rettungsdienst bei der Rettung gegeben.

Im Anschluss wurden die durchgeführten Maßnahmen nochmal gemeinsam durchgesprochen. Es hat sich gezeigt, dass wir mit unseren Einsatzmitteln technische Hilfeleistungen im kleineren Umfang gut abarbeiten können.

Der Dank der Gruppenführer geht an die Familien Armin und Andre Schreiber für das Bereitstellen der Räumlichkeiten und des Übungsobjektes!

Fotos: Andre Schreiber; Text: Marcel Sonntag

*TMO-Rufgruppe:
TMO bedeutet „Trunked-Mode-Operation“ – hierbei handelt es sich um den sogenannten Leiststellenfunk (früher 4-Meter-Band im Analogfunk). Im TMO-Modus finden alle Gespräche mit der Kommunalen Regionalleitstelle (KRL) in Göttingen und/oder der Einsatzfahrzeuge untereinander statt.
Für diesen Übungsdienst wurde bei der KRL eine eigene Rufgruppe reserviert.


Wasserspaß statt „Wasser Marsch!“

Am Montag, dem 30. Juni 2025, fand vor unserem Feuerwehrhaus der letzte Jugendfeuerwehrdienst vor den Sommerferien statt. Diesmal war alles anders: statt technischer Ausbildung drehte sich alles um Spaß, Gemeinschaft und eine erfrischende Abkühlung bei hochsommerlichen Temperaturen.

Das Betreuerteam hatte eine bunte Auswahl an Wasserspielen vorbereitet. Vom Zielschießen mit dem LF 10 bis hin zu einer ausgelassenen Wasserschlacht, bei der Jung und Alt komplett nass wurden, war alles dabei.

Unsere Jugendlichen konnten so fernab der typischen Feuerwehrtheorie zeigen, was Teamgeist, Rücksicht und spontaner Einsatz bedeutet. Gemeinsam hatten wir viel Spaß und vertrieben die Hitze. Es war ein Dienst, der genau richtig kam und nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Die Jugendfeuerwehr ist ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Ortsfeuerwehr. Sie vermittelt nicht nur wichtige Grundlagen in Theorie und Praxis, sondern sorgt dafür, dass Schwiegershausen auch in den kommenden Jahren über engagierte und gut vorbereitete Einsatzkräfte verfügt. Ohne diese Nachwuchsarbeit wäre die langfristige Einsatzbereitschaft im Dorf nicht gesichert. Deshalb ist uns die Förderung der Jugend besonders wichtig. Jede Jugendliche und jeder Jugendliche, die mitmachen, leisten bereits heute einen wertvollen Beitrag für die Sicherheit unserer Gemeinschaft.

Wenn du zwischen 10 und 16 Jahren alt bist, Lust auf Abenteuer, Spaß und echte Gemeinschaft hast, dann schau doch einmal bei uns vorbei! Unsere Jugendfeuerwehr bietet dir großartige Erlebnisse, neue Freundschaften und bereitet dich auf den aktiven Feuerwehrdienst vor. Nach den Sommerferien treffen wir uns wieder montags um 18 Uhr am Feuerwehrhaus.

Komm vorbei und sei dabei – hier findest du deine Ansprechpartnerinnen und -partner.

Text und Fotos: Marlon Sonntag, Jugendfeuerwehrwart

Hochwasserehrung

Weihnachten 2023 wurde das Land Niedersachsen von langanhaltenden Regenfällen getroffen, deren Folge das sogenannte „Weihnachtshochwasser“ war.

Auch die Stadt Osterode blieb nicht unverschont. Ein großer Einsatzschwerpunkt lag im Bereich Katzenstein, zu dem auch die Ortsfeuerwehr Schwiegershausen zur Unterstützung gerufen wurde. Ein detallierter Bericht ist auf der Webseite der Ortsfeuerwehr Lasfelde unter folgendem Link nachzulesen:

https://www.feuerwehr-lasfelde.de/2024/01/05/einsaetze-44-51-2023-unwetterlage/

Das Land Niedersachsen bedankt sich nun mit einer eigens gestifteten „Hochwasser-Ehrennadel 2023“ bei allen eingesetzten Einsatzkräften. Diese Ehrung wurde am 20. Juni 2025 in einem feierlichen Rahmen im Feuerwehrgerätehaus Osterode durch Bürgermeister Jens Augat und Fachdienstleiterin Thoskild Lätsch durchgeführt.

Aus Schwiegershausen und Uehrde waren an beiden Einsatztagen insgesamt 30 Kräfte im Einsatz. Leider konnte nur eine kleinere Abordnung an der Verleihungszeremonie teilnehmen. Die übrigen Kameradinnen und Kameraden bekommen die Ehrung nachgereicht.

Aber auch für neue Einsatzkräfte gab es eine Ehrung. Alle neu in die aktive Wehr aufgenommenen Kameradinnen und Kameraden erhielten eine Urkunde von Bürgermeister Augat als Dank für ihr Engagement.

Fotos: Lars Göldner; Text: Marcel Sonntag


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